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Zeit ist nicht linear.

 

Und sie ist nicht das, von dem wir auf diesem Planet glauben, was sie ist.

Was wir denken was Zeit ist, ist eine soziale Vereinbarung.

“Wir treffen uns um 9 Uhr an dem und dem Ort”, meint nichts anderes, als dass wir eine soziale Vereinbarung haben uns zu treffen in einem Moment, von dem wir alle der Meinung sind, dass es dann 9 Uhr ist. Alle unsere mit der Atomuhr synchronisierten Uhren und Handys, werden dann 9 Uhr anzeigen. Und das ist unsere Vereinbarung auf den Zeitpunkt. Eine soziale Vereinbarung.

 

Aber es ist nicht das, was Zeit wirklich ist. Nicht im universellen Sinne.

Unser Konzept davon ist zu eng.

 

Zeit, Geschichte, Realität – können schwierig voneinander zu trennende Begriffe sein, und alle sind sie irgendwie miteinander verflochten.

Und sie können alle aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden.

Differenzierte Zeit-Perspektiven können viele neue Geschichten erzählen

 

Es gibt so viele hoch-interessante Perspektiven, wie man die Geschichte betrachten kann.

Als ich das Buch von Osterhammel, “Die Verwandlung der Welt – Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts” in die Hände bekam, war ich hin und weg! Was für eine interessante Perspektive!

 

Der Autor beschränkt sich dabei nicht wirklich auf das 19. Jahrhundert, sondern läßt sowohl das 18. als auch das 20. Jahrhundert mit einfließen. Die von ihm gewählten Perspektiven der Panoramen und Themen, erlauben einen völlig neuen Blickwinkel (und Schlussfolgerungen) auf das jüngere Zeitgeschehen.
Osterhammel’s Perspektive ist weder chronologisch noch geographisch. Aber sie ist vielfältig und differenziert, und katapultiert den Leser aus der Box, den ihm die traditionelle Schulbildung aufgezwungen hat.

 

Mir war es unmöglich, dieses Werk in angemessener Zeit zu “konsumieren”. Nach anfänglicher Euphorie und längerem Lesen, fand ich mich immer mal wieder darin blätternd und von einem Thema zum anderen springend. Man kann praktisch überall im Buch anfangen zu lesen. Es ist ein Wälzer, schwer, mehr als 1500 Seiten; und ich konnte nie mehr als nur ein paar Seiten davon intus nehmen. Danach brauchte mein Gehirn Zeit zum Verarbeiten.

Es dauerte nicht lange, und mich beschlich Ehrfurcht vor der Vielschichtigkeit und Komplexität, die unsere Lebensgeschichte aufzuweisen hat. Nach Osterhammel’s Lektüre ahnt man (wenn man es nicht schon vorher getan hat), “ich weiß, dass ich nichts weiß!”

Die zyklische Natur der Zeit

 

Ich sprach weiter oben davon, dass ich unser gegenwärtiges Konzept von Zeit als eng gefaßt sehe.

In der Tat glaube ich, dass Zeit nicht linear ist.

 

Osterhammel gibt in seinem Buch einen prima Einblick darin, wie die Menschheit erst in jüngster Vergangenheit damit angefangen hat, Zeit meßbar zu machen – und damit zu vereinheitlichen. Die Linearisierung der Zeit voranzutreiben, sozusagen.

Aber weil etwas meßbar ist auf eine Weise, heißt das nicht zwangsläufig, dass damit das Wesen des Gemessenen wirklich verstanden worden ist.

 

Zeit ist nicht linear. Zeit ist zyklisch.

 

Noch findet dies keine allzu große Beachtung in unserer Gesellschaft, obwohl z.B. die Psychologie sich mit dem Qualitätsaspekts der Zeit auch bereits auseinandersetzt.

 

Der einzige Wissenschaftler von dem ich weiß, der die zyklische Natur der Geschichte anerkannt hat, sie in seine Arbeit integriert hat und auch gelehrt hat, ist Johan Galtung.

Galtung ist bekannt geworden als Friedensforscher. Er hat den Begriff der “strukturellen Gewalt” geprägt, sowie den des “Friedensjournalismus”. Er erlangte Berühmtheit für seine Voraussage zum Fall der Sowjetunion, die mit einer Genauigkeit von +/- 2 Monaten historisch gesehen ein absoluter Volltreffer war.

Galtung ist/war ein kluger Mann. Er hatte sich in seiner Zeit als Wissenschaftler und Hochschullehrer vielen verschiedenen Fächern gewidmet. Persönlich lebte in einem multi-kulturellen Kontext und wurde durch Lebenserfahrungen früh gezwungen, sich mit neuen Perspektiven auseinanderzusetzen, um Antworten auf das Geschehen in der Welt zu finden. Zweifellos hat er dabei auch Erfahrungen gemacht, die Streit und Widerspruch provozierten. Aber wer von uns macht solche Erfahrungen nicht auch selbst irgendwann? Das ist kein Indikator für Ernsthaftigkeit oder Glaubwürdigkeit.

 

Ich stieß auf die Person Galtung während eines Interviews das er “Democracy Now!” gab. Und ich fand das worüber er da sprach, hochinteressant.

Später las ich Artikel von ihm. Ich fing an tiefer zu graben und meldete mich für einige seiner Kurse an.

 

Besonders bereichernd fand ich seine Perspektiven. Darin verwob er mit selten gesehener Eloquenz und Souveränität ein Bild aus kulturellen Kontexten, Religionen, Zeitempfindungen, Sprachen, Wahrnehmungen, Kriegen und epochalen Geschehnissen – und öffnete damit die Tür zu vielen neuen Erkenntnissen für mich.

Irgendwie ahnte ich es schon länger, aber damals begann ich zu begreifen, dass mein Geschichtsunterricht in der Schule nicht viel mehr als ein Armutszeugnis war.

Auswendig gelernte Anlässe und Ursachen für Kriege und endlose Reihen von “wichtigen Jahreszahlen” … verblassten in diesem Moment der Erkenntnis.

 

Die Selbstverständlichkeit mit der Galtung von wiederkehrenden Ereignissen sprach, verwunderte und verblüffte mich zuerst. Aber es war etwas dahinter. Galtung konnte es gut verargumentieren. Nicht nur schien sein System Hand und Fuß zu haben. Er besaß darüber hinaus Wissen mit einer Detailtiefe, die mich mehr als einmal sprachlos zurückließen. Er verstand es Zusammenhänge herzustellen und seinen geteilten Einsichten Weisheit beizufügen, die mich als Schüler des öfteren in die Demut brachten.

Er hat mich wirklich beeindruckt – und das passierte mir nicht sehr oft im Leben!

 

Beide, Galtung und Osterhammel, bieten sehr, sehr spannende Perspektiven auf das Leben im epochalen Kontext an. Perspektiven, die wir in der Schule so nicht vermittelt bekommen, da dort die linear messbare, chronologische Zeitbetrachtung das Non-Plus-Ultra ist.

Eigentlich finde ich das schade, weil ich glaube dass uns mit dieser Art von Wissensvermittlung viel “Zwischenraumwissen” verlustig geht. Es gäbe so viele Möglichkeiten, kulturelle Spannungen gar nicht erst entstehen zu lassen und anerzogene Vorurteile abbauen zu können, wenn die Herangehensweise an die Zeitbetrachtung eine andere wäre.

Der Elefant im Raum

 

Während ich nun von Zeit, Geschichte und Betrachtungsweisen für unsere Realität spreche, gibt es für mich einen Aspekt, der so zwingend mit diesen Themen verbunden ist, dass es weh tut, dass wir diesen als Gesellschaft so vernachlässigen.

 

Reinkarnation.

 

Osterhammel wird für seine Art, die Geschichte neu zu betrachten in Rezensionen hoch gelobt.

Galtung fristet in puncto Mainstream-Respekt eher ein Nischendasein. Zwar hat er viele Preise und Ehrendoktorwürden bekommen. Aber er ist in seinem Selbstausdruck, in seiner Art Wahrhaftes auszusprechen, unbequemer und streitbarer, und wird vom Mainstream auch dementsprechend links liegen gelassen.

 

Dennoch halte ich die Arbeit beider Wissenschaftler für absolut wichtig und spannend. – Und sie hat auch in gewissem Maße etwas mit Reinkarnation zu tun.

Warum, das zeige ich gleich.

Vorab möchte ich allerdings noch so viel sagen, dass ich keinem von beiden in den Mund legen möchte, dass für sie Reinkarnation etwas sei, mit dem sie sich identifizieren würden oder könnten. Vielleicht tun sie das, aber ich weiß es nicht. Es spielt für mich auch keine Rolle.

 

Beide, Osterhammel und Galtung, bieten durch ihr Wirken und ihre veröffentlichten Arbeiten eine Möglichkeit, etwas anders zu sehen, als wir es im traditionellen Geschichtsunterricht gelehrt – und benotet – bekommen, und wie es der Mainstream-Perspektive entspricht.

 

Wenn wir in Betracht ziehen können, den Geschichtsverlauf durch “andere Brillen”, andere Perspektiven zu sehen und daraus wertvolle neue Erkenntnisse gewinnen – und die vielen positiven Rezensionen zu Osterhammel sprechen eine überaus deutliche Sprache – warum können wir uns dann nicht auch darauf verständigen, dass die grundsätzliche Art wie wir das Wesen des menschlichen Lebens heute sehen, auch noch anders gesehen werden kann? Durch eine andere Brille? Durch die Brille der Reinkarnation.

 

Vielleicht haben manche Leute Angst davor, dass dann einige aufgestellte Theorien und Thesen nicht mehr stimmen würden. Dass man Dinge neu denken müsse, die man schon in “trockenen Tüchern” wähnte. – Aber welchen Wert haben diese Dinge denn wirklich, die einer solchen Prüfung nicht standhalten können?

 

Haben wir als Gesellschaft mehr Angst vor der Korrektur des Irrtums statt dem Finden eines wahren Puzzleteils?

Gesellschaftliche Akzeptanz braucht Zeit

 

Die Frage, die sich stellt, ist: wozu?

Wozu sollten wir immer und immer wieder leben?

Und warum das Ganze?

 

Wir waren Frau und wir waren Mann. Dünn und dick, gross und klein. In manchen Leben starben wir sehr jung. Vielleicht sinnlos. Schicksale können grausam sein. Aber oft lebten wir wahrscheinlich auch ganz normale Leben. Wir sammelten Erfahrungen. Lernten Berufe, erlernten Fähigkeiten, machten Erfahrungen im Krieg und im Frieden.

Es gibt viel zu lernen als Menschen. Viel zu verstehen. Das Leben hat so viele Facetten!

Ja, das Schicksal kann hart sein. Und schwer zu verstehen. Vielleicht ist es die Abgetrenntheit vom wahren Kern des Lebens, die viele von uns die Lektionen ihres Schicksals nicht verstehen lassen.

 

Aber anders herum gedacht, wie sonst können wir erklären, dass manche Menschen mit verblüffenden Begabungen auf die Welt kommen? Es gibt Wesen, die können von klein auf mit Fähigkeiten hantieren, mit denen 100-Jährige nicht mithalten könnten.

Passiert das einfach so? Zufällig? Aus einer Laune der Natur?

Oder könnte es nicht auch sein, dass die Natur gar keine Launen kennt, und dass es etwas vollkommen Natürliches ist, wenn ein Wesen die Früchte seiner Arbeit aus früheren Leben erntet und eine Fähigkeit einfach wieder “reaktiviert” und diese in einem neuen Leben weiter verfeinert?

 

Ich weiß. Es klingt alles so phantastisch.

Und das ist auch genau der Kern des Problems. In unserer Gesellschaft werden die Themen abgewehrt und abgewertet, die nicht ins landläufige Realitätsmuster passen.

 

Der andere Punkt ist: Ich kann es nicht beweisen. Wie sollte ich es auch beweisen können?

Wir sind eine Gesellschaft mit kollektivem Gedächtnisverlust.

 

Die meisten von uns können sich an frühere Leben nicht erinnern: “der Schleier des Vergessens” liegt über fast allen von uns. Wobei die Betonung hier auf “fast” liegt.

Einige Kinder können sich in jungen Jahren schon noch an Einiges erinnern. Aber sie vergessen es wieder, weil diese Art von Wissen so wenig gesellschaftliche Akzeptanz erfährt.

 

Die Skepsis um dieses Thema muß man aushalten können. Aber man muß auch dagegenhalten. Nur weil man etwas nicht mit “hausgemachten” Beweisgrundlagen beweisen kann, heißt das nicht, dass etwas nicht wahr sein kann.

 

Ich habe viele Jahre in Projekten im Computer Business gearbeitet. Dort habe ich so einiges gelernt. Eine meiner Erkenntnisse dabei war, dass die Anforderungen unserer Wissenschaft an die Beweiskraft mitunter absurd anmuten. Zumindest im volatilen Softwarebereich.

Nur etwas als bewiesen anzuerkennen, dass 1000-mal in Folge unter immer gleichen Bedingungen eingetreten ist, ist in komplexen Softwareprojekten das Horrorszenario schlechthin. Es gibt dort nämlich keine tausend Male, in denen sich die Bedingungen gleichen. In einem Projekt mit hunderten von Parametern, läßt sich in realen Arbeitssituationen schlichtweg keine 1000-mal das gleiche Szenario aufbauen. Man kann sich vielleicht annähern. Aber das zählt ja dann schon wieder nicht mehr im starren Korsett der wissenschaftlichen Beweislast.

Davon abgesehen gibt es ja auch noch die Quantenrealität, nach der sich die Ergebnisse mit dem Auge des Betrachters wandeln. In anderen Worten, es ist jenseits von gut und böse, dass wir uns in die Zwangsjacken pressen lassen und neue Realitäten brüsk ablehnen, die diesem Korsett nicht passen wollen.

 

Es gibt eine Form von Wissen und Wahrheit, die nicht durch sterile Fakten beweisbar gemacht werden können. Es ist die Form von Wissen, die man im Herzen trägt. Du spürst es oder du spürst es nicht. Du weißt es oder du weißt es nicht. Es ist wahr für dich oder es ist nicht wahr für dich.

 

Eine Gesellschaft, die sich von dieser Wissensquelle lossagt, wird früher oder später dem Untergang geweiht sein.

 

Manchmal braucht gesellschaftliche Akzeptanz Zeit. Manchmal wissen Einzelne etwas, wofür die Masse noch nicht bereit ist. Aber für immer läßt sich keine Wahrheit bodigen. Niemals.

 

Galileo, Luther und die Frage nach der absoluten Wahrheit

 

Rückblickend betrachtet, waren es oft die Gelehrten, die entweder der Zivilgesellschaft neue Sichtweisen nahe gebracht haben, oder die die Obrigkeit dazu zwangen, Impulse aus des Volkes Mitte anzuerkennen.

 

Nehmen wir das Beispiel mit dem heliozentrischen Weltbild. Kopernikus, Keppler und Galilei haben sich streitbar gemacht und teilweise ihr Leben dafür riskiert, um das woran sie glaubten – was sie als Wissenschaftler “wussten” – zu verteidigen.

 

Martin Luther, hatte wohl mit seinem Widerstand gegen den päpstlichen Ablaßhandel den Zahn der Zeit getroffen. Es war ein kluger Zug von Luther, die bis dato nur dem Fachpublikum zugänglichen 95 Thesen in seinem Sermon von dem Ablaß und der Gnade ins Deutsche zu übersetzen und zu erläutern, und so der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen und diese mit ins Boot zu holen. Große Landstriche standen schnell hinter der Position, die Luther mit seinen Thesen im Eigentlichen anprangerte. Da musste im Volk nicht mehr viel diskutiert werden. Wer diskutierte waren die kirchlichen Autoritäten.

 

Auch Luther setzte damit sein Leben auf’s Spiel. Die römische Kurie eröffnete ein Verfahren wegen Ketzerei gegen ihn und versuchte seiner Herr zu werden. Vorgeladen zur Anhörung nach Augsburg floh er von dort. Er wurde exkommuniziert, beharrte aber dennoch er auf seinem Standpunkt, seiner inneren Wahrheit, seinem Gewissen, wie er es nannte.

 

Es war konträr zu dem, was die Kirche als Wertvorgaben vorgab.

 

Aber war es falsch? Kam es verfrüht? War die Zeit dafür gekommen?

 

Gemessen an der Tatsache, dass der Buchdruck zu dieser Zeit gerade in seinen Anfangsjahren stand, aber Luther innerhalb eines Jahres ganze 81 Schriften in insgesamt 653 (!) Auflagen veröffentlichte, kann man durchaus davon ausgehen, dass die Zeit dafür gekommen war.

 

Es ist ein schwieriges (und gefährliches) Unterfangen in religiösen Fragen von falsch und richtig zu sprechen. Aber ist Wahrheit nur relativ, oder auch absolut?

Und wer bestimmt über die absolute Wahrheit? Der Mann in der Mitte?

 

Es ist für uns in der heutigen Zeit noch immer nicht opportun, unbehelligt über spirituelle Themen zu sprechen. Reinkarnation ist eines dieser Themen.

 

Aber es ist an der Zeit.

 

Es ist an der Zeit, dass wir uns für eine größere Perspektive öffnen. Nicht nur an den Rändern der Gesellschaft. Sondern in einem größeren Rahmen. Einem Rahmen, der es uns erlaubt die Scheuklappen abzulegen und Wissensgebiete miteinander zu verknüpfen, von denen wir noch gar nicht wussten, dass sie vielleicht miteinander zu tun haben könnten.

 

Können wir es uns als Gesellschaft wirklich erlauben, dass wir vereinzelte Wissensgebiete als Humbug oder esoterischen Quatsch belächeln, und deren hart errungenen Erkenntnisse verstauben lassen?

 

Ignoranz ist kein Kennzeichen einer Hochkultur.

Ignoranz ist das Kennzeichen einer Gesellschaft, die sich selbst im Wege steht, und die arrogant und besserwisserisch mit Menschen umgeht, die nicht im breiten Strom mitschwimmen, sondern lieber ihren eigenen Weg gehen wollen.

 

Wir leben in Zeiten, in denen es besser ist zu manchen Dingen den Mund zu halten, um seine Karrierechancen nicht zu verbauen.
Möglicherweise ist das auch ein Aspekt des Problems, warum so viele Menschen heutzutage das diffuse Gefühl haben, dass man öffentlich nicht alles sagen kann.

 

Aber wenn unsere medialen Meinungsmacher der Ansicht sind, dass das nicht stimmen kann, warum fangen sie nicht an über diese Themen zu schreiben? Warum greifen die Medien das Thema nicht auf, befragen die Menschen dazu, finden Pro & Contra, setzen sich ernsthaft und aufwendig mit Widersprüchen auseinander, und gehen dem auf den Grund? Warum finden solche Beiträge nur in Nischenmedien ihren Platz, wo es doch eigentlich jeden von uns etwas angeht?

 

Zur Überwindung der gesellschaftlichen Spaltung in Meinungsfragen, gehört auch eine Auseinandersetzung damit, was sagbar ist und was nicht sagbar ist.

 

Und das beinhaltet eine Beschäftigung mit Tabuthemen – und vor allem dem Hinterfragen, warum diese Themen so kategorisch abgebügelt werden.

 

Warum z.B., ist es in Deutschland verpönter als in den USA, über spirituelle Themen zu reden? Und warum wird man hier belächelt, mit Häme bedacht oder ausgegrenzt, wenn man sich dazu äußert?

 

Es gibt viele Warum-Fragen, die man an dieser Stelle noch stellen könnte. Zum Beispiel diese hier:

Warum fangen wir nicht einfach mal an?

Zeit ist nicht linear.

 

Und sie ist nicht das, von dem wir auf diesem Planet glauben, was sie ist.

Was wir denken was Zeit ist, ist eine soziale Vereinbarung.

“Wir treffen uns um 9 Uhr an dem und dem Ort”, meint nichts anderes, als dass wir eine soziale Vereinbarung haben uns zu treffen in einem Moment, von dem wir alle der Meinung sind, dass es dann 9 Uhr ist. Alle unsere mit der Atomuhr synchronisierten Uhren und Handys, werden dann 9 Uhr anzeigen. Und das ist unsere Vereinbarung auf den Zeitpunkt. Eine soziale Vereinbarung.

 

Aber es ist nicht das, was Zeit wirklich ist. Nicht im universellen Sinne.

Unser Konzept davon ist zu eng.

 

Zeit, Geschichte, Realität – können schwierig voneinander zu trennende Begriffe sein, und alle sind sie irgendwie miteinander verflochten.

Und sie können alle aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden.

Differenzierte Zeit-Perspektiven können viele neue Geschichten erzählen

 

Es gibt so viele hoch-interessante Perspektiven, wie man die Geschichte betrachten kann.

Als ich das Buch von Osterhammel, “Die Verwandlung der Welt – Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts” in die Hände bekam, war ich hin und weg! Was für eine interessante Perspektive!

 

Der Autor beschränkt sich dabei nicht wirklich auf das 19. Jahrhundert, sondern läßt sowohl das 18. als auch das 20. Jahrhundert mit einfließen. Die von ihm gewählten Perspektiven der Panoramen und Themen, erlauben einen völlig neuen Blickwinkel (und Schlussfolgerungen) auf das jüngere Zeitgeschehen.
Osterhammel’s Perspektive ist weder chronologisch noch geographisch. Aber sie ist vielfältig und differenziert, und katapultiert den Leser aus der Box, den ihm die traditionelle Schulbildung aufgezwungen hat.

 

Mir war es unmöglich, dieses Werk in angemessener Zeit zu “konsumieren”. Nach anfänglicher Euphorie und längerem Lesen, fand ich mich immer mal wieder darin blätternd und von einem Thema zum anderen springend. Man kann praktisch überall im Buch anfangen zu lesen. Es ist ein Wälzer, schwer, mehr als 1500 Seiten; und ich konnte nie mehr als nur ein paar Seiten davon intus nehmen. Danach brauchte mein Gehirn Zeit zum Verarbeiten.

Es dauerte nicht lange, und mich beschlich Ehrfurcht vor der Vielschichtigkeit und Komplexität, die unsere Lebensgeschichte aufzuweisen hat. Nach Osterhammel’s Lektüre ahnt man (wenn man es nicht schon vorher getan hat), “ich weiß, dass ich nichts weiß!”

Die zyklische Natur der Zeit

 

Ich sprach weiter oben davon, dass ich unser gegenwärtiges Konzept von Zeit als eng gefaßt sehe.

In der Tat glaube ich, dass Zeit nicht linear ist.

 

Osterhammel gibt in seinem Buch einen prima Einblick darin, wie die Menschheit erst in jüngster Vergangenheit damit angefangen hat, Zeit meßbar zu machen – und damit zu vereinheitlichen. Die Linearisierung der Zeit voranzutreiben, sozusagen.

Aber weil etwas meßbar ist auf eine Weise, heißt das nicht zwangsläufig, dass damit das Wesen des Gemessenen wirklich verstanden worden ist.

 

Zeit ist nicht linear. Zeit ist zyklisch.

 

Noch findet dies keine allzu große Beachtung in unserer Gesellschaft, obwohl z.B. die Psychologie sich mit dem Qualitätsaspekts der Zeit auch bereits auseinandersetzt.

 

Der einzige Wissenschaftler von dem ich weiß, der die zyklische Natur der Geschichte anerkannt hat, sie in seine Arbeit integriert hat und auch gelehrt hat, ist Johan Galtung.

Galtung ist bekannt geworden als Friedensforscher. Er hat den Begriff der “strukturellen Gewalt” geprägt, sowie den des “Friedensjournalismus”. Er erlangte Berühmtheit für seine Voraussage zum Fall der Sowjetunion, die mit einer Genauigkeit von +/- 2 Monaten historisch gesehen ein absoluter Volltreffer war.

Galtung ist/war ein kluger Mann. Er hatte sich in seiner Zeit als Wissenschaftler und Hochschullehrer vielen verschiedenen Fächern gewidmet. Persönlich lebte in einem multi-kulturellen Kontext und wurde durch Lebenserfahrungen früh gezwungen, sich mit neuen Perspektiven auseinanderzusetzen, um Antworten auf das Geschehen in der Welt zu finden. Zweifellos hat er dabei auch Erfahrungen gemacht, die Streit und Widerspruch provozierten. Aber wer von uns macht solche Erfahrungen nicht auch selbst irgendwann? Das ist kein Indikator für Ernsthaftigkeit oder Glaubwürdigkeit.

 

Ich stieß auf die Person Galtung während eines Interviews das er “Democracy Now!” gab. Und ich fand das worüber er da sprach, hochinteressant.

Später las ich Artikel von ihm. Ich fing an tiefer zu graben und meldete mich für einige seiner Kurse an.

 

Besonders bereichernd fand ich seine Perspektiven. Darin verwob er mit selten gesehener Eloquenz und Souveränität ein Bild aus kulturellen Kontexten, Religionen, Zeitempfindungen, Sprachen, Wahrnehmungen, Kriegen und epochalen Geschehnissen – und öffnete damit die Tür zu vielen neuen Erkenntnissen für mich.

Irgendwie ahnte ich es schon länger, aber damals begann ich zu begreifen, dass mein Geschichtsunterricht in der Schule nicht viel mehr als ein Armutszeugnis war.

Auswendig gelernte Anlässe und Ursachen für Kriege und endlose Reihen von “wichtigen Jahreszahlen” … verblassten in diesem Moment der Erkenntnis.

 

Die Selbstverständlichkeit mit der Galtung von wiederkehrenden Ereignissen sprach, verwunderte und verblüffte mich zuerst. Aber es war etwas dahinter. Galtung konnte es gut verargumentieren. Nicht nur schien sein System Hand und Fuß zu haben. Er besaß darüber hinaus Wissen mit einer Detailtiefe, die mich mehr als einmal sprachlos zurückließen. Er verstand es Zusammenhänge herzustellen und seinen geteilten Einsichten Weisheit beizufügen, die mich als Schüler des öfteren in die Demut brachten.

Er hat mich wirklich beeindruckt – und das passierte mir nicht sehr oft im Leben!

 

Beide, Galtung und Osterhammel, bieten sehr, sehr spannende Perspektiven auf das Leben im epochalen Kontext an. Perspektiven, die wir in der Schule so nicht vermittelt bekommen, da dort die linear messbare, chronologische Zeitbetrachtung das Non-Plus-Ultra ist.

Eigentlich finde ich das schade, weil ich glaube dass uns mit dieser Art von Wissensvermittlung viel “Zwischenraumwissen” verlustig geht. Es gäbe so viele Möglichkeiten, kulturelle Spannungen gar nicht erst entstehen zu lassen und anerzogene Vorurteile abbauen zu können, wenn die Herangehensweise an die Zeitbetrachtung eine andere wäre.

Der Elefant im Raum

 

Während ich nun von Zeit, Geschichte und Betrachtungsweisen für unsere Realität spreche, gibt es für mich einen Aspekt, der so zwingend mit diesen Themen verbunden ist, dass es weh tut, dass wir diesen als Gesellschaft so vernachlässigen.

 

Reinkarnation.

 

Osterhammel wird für seine Art, die Geschichte neu zu betrachten in Rezensionen hoch gelobt.

Galtung fristet in puncto Mainstream-Respekt eher ein Nischendasein. Zwar hat er viele Preise und Ehrendoktorwürden bekommen. Aber er ist in seinem Selbstausdruck, in seiner Art Wahrhaftes auszusprechen, unbequemer und streitbarer, und wird vom Mainstream auch dementsprechend links liegen gelassen.

 

Dennoch halte ich die Arbeit beider Wissenschaftler für absolut wichtig und spannend. – Und sie hat auch in gewissem Maße etwas mit Reinkarnation zu tun.

Warum, das zeige ich gleich.

Vorab möchte ich allerdings noch so viel sagen, dass ich keinem von beiden in den Mund legen möchte, dass für sie Reinkarnation etwas sei, mit dem sie sich identifizieren würden oder könnten. Vielleicht tun sie das, aber ich weiß es nicht. Es spielt für mich auch keine Rolle.

 

Beide, Osterhammel und Galtung, bieten durch ihr Wirken und ihre veröffentlichten Arbeiten eine Möglichkeit, etwas anders zu sehen, als wir es im traditionellen Geschichtsunterricht gelehrt – und benotet – bekommen, und wie es der Mainstream-Perspektive entspricht.

 

Wenn wir in Betracht ziehen können, den Geschichtsverlauf durch “andere Brillen”, andere Perspektiven zu sehen und daraus wertvolle neue Erkenntnisse gewinnen – und die vielen positiven Rezensionen zu Osterhammel sprechen eine überaus deutliche Sprache – warum können wir uns dann nicht auch darauf verständigen, dass die grundsätzliche Art wie wir das Wesen des menschlichen Lebens heute sehen, auch noch anders gesehen werden kann? Durch eine andere Brille? Durch die Brille der Reinkarnation.

 

Vielleicht haben manche Leute Angst davor, dass dann einige aufgestellte Theorien und Thesen nicht mehr stimmen würden. Dass man Dinge neu denken müsse, die man schon in “trockenen Tüchern” wähnte. – Aber welchen Wert haben diese Dinge denn wirklich, die einer solchen Prüfung nicht standhalten können?

 

Haben wir als Gesellschaft mehr Angst vor der Korrektur des Irrtums statt dem Finden eines wahren Puzzleteils?

Gesellschaftliche Akzeptanz braucht Zeit

 

Die Frage, die sich stellt, ist: wozu?

Wozu sollten wir immer und immer wieder leben?

Und warum das Ganze?

 

Wir waren Frau und wir waren Mann. Dünn und dick, gross und klein. In manchen Leben starben wir sehr jung. Vielleicht sinnlos. Schicksale können grausam sein. Aber oft lebten wir wahrscheinlich auch ganz normale Leben. Wir sammelten Erfahrungen. Lernten Berufe, erlernten Fähigkeiten, machten Erfahrungen im Krieg und im Frieden.

Es gibt viel zu lernen als Menschen. Viel zu verstehen. Das Leben hat so viele Facetten!

Ja, das Schicksal kann hart sein. Und schwer zu verstehen. Vielleicht ist es die Abgetrenntheit vom wahren Kern des Lebens, die viele von uns die Lektionen ihres Schicksals nicht verstehen lassen.

 

Aber anders herum gedacht, wie sonst können wir erklären, dass manche Menschen mit verblüffenden Begabungen auf die Welt kommen? Es gibt Wesen, die können von klein auf mit Fähigkeiten hantieren, mit denen 100-Jährige nicht mithalten könnten.

Passiert das einfach so? Zufällig? Aus einer Laune der Natur?

Oder könnte es nicht auch sein, dass die Natur gar keine Launen kennt, und dass es etwas vollkommen Natürliches ist, wenn ein Wesen die Früchte seiner Arbeit aus früheren Leben erntet und eine Fähigkeit einfach wieder “reaktiviert” und diese in einem neuen Leben weiter verfeinert?

 

Ich weiß. Es klingt alles so phantastisch.

Und das ist auch genau der Kern des Problems. In unserer Gesellschaft werden die Themen abgewehrt und abgewertet, die nicht ins landläufige Realitätsmuster passen.

 

Der andere Punkt ist: Ich kann es nicht beweisen. Wie sollte ich es auch beweisen können?

Wir sind eine Gesellschaft mit kollektivem Gedächtnisverlust.

 

Die meisten von uns können sich an frühere Leben nicht erinnern: “der Schleier des Vergessens” liegt über fast allen von uns. Wobei die Betonung hier auf “fast” liegt.

Einige Kinder können sich in jungen Jahren schon noch an Einiges erinnern. Aber sie vergessen es wieder, weil diese Art von Wissen so wenig gesellschaftliche Akzeptanz erfährt.

 

Die Skepsis um dieses Thema muß man aushalten können. Aber man muß auch dagegenhalten. Nur weil man etwas nicht mit “hausgemachten” Beweisgrundlagen beweisen kann, heißt das nicht, dass etwas nicht wahr sein kann.

 

Ich habe viele Jahre in Projekten im Computer Business gearbeitet. Dort habe ich so einiges gelernt. Eine meiner Erkenntnisse dabei war, dass die Anforderungen unserer Wissenschaft an die Beweiskraft mitunter absurd anmuten. Zumindest im volatilen Softwarebereich.

Nur etwas als bewiesen anzuerkennen, dass 1000-mal in Folge unter immer gleichen Bedingungen eingetreten ist, ist in komplexen Softwareprojekten das Horrorszenario schlechthin. Es gibt dort nämlich keine tausend Male, in denen sich die Bedingungen gleichen. In einem Projekt mit hunderten von Parametern, läßt sich in realen Arbeitssituationen schlichtweg keine 1000-mal das gleiche Szenario aufbauen. Man kann sich vielleicht annähern. Aber das zählt ja dann schon wieder nicht mehr im starren Korsett der wissenschaftlichen Beweislast.

Davon abgesehen gibt es ja auch noch die Quantenrealität, nach der sich die Ergebnisse mit dem Auge des Betrachters wandeln. In anderen Worten, es ist jenseits von gut und böse, dass wir uns in die Zwangsjacken pressen lassen und neue Realitäten brüsk ablehnen, die diesem Korsett nicht passen wollen.

 

Es gibt eine Form von Wissen und Wahrheit, die nicht durch sterile Fakten beweisbar gemacht werden können. Es ist die Form von Wissen, die man im Herzen trägt. Du spürst es oder du spürst es nicht. Du weißt es oder du weißt es nicht. Es ist wahr für dich oder es ist nicht wahr für dich.

 

Eine Gesellschaft, die sich von dieser Wissensquelle lossagt, wird früher oder später dem Untergang geweiht sein.

 

Manchmal braucht gesellschaftliche Akzeptanz Zeit. Manchmal wissen Einzelne etwas, wofür die Masse noch nicht bereit ist. Aber für immer läßt sich keine Wahrheit bodigen. Niemals.

 

Galileo, Luther und die Frage nach der absoluten Wahrheit

 

Rückblickend betrachtet, waren es oft die Gelehrten, die entweder der Zivilgesellschaft neue Sichtweisen nahe gebracht haben, oder die die Obrigkeit dazu zwangen, Impulse aus des Volkes Mitte anzuerkennen.

 

Nehmen wir das Beispiel mit dem heliozentrischen Weltbild. Kopernikus, Keppler und Galilei haben sich streitbar gemacht und teilweise ihr Leben dafür riskiert, um das woran sie glaubten – was sie als Wissenschaftler “wussten” – zu verteidigen.

 

Martin Luther, hatte wohl mit seinem Widerstand gegen den päpstlichen Ablaßhandel den Zahn der Zeit getroffen. Es war ein kluger Zug von Luther, die bis dato nur dem Fachpublikum zugänglichen 95 Thesen in seinem Sermon von dem Ablaß und der Gnade ins Deutsche zu übersetzen und zu erläutern, und so der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen und diese mit ins Boot zu holen. Große Landstriche standen schnell hinter der Position, die Luther mit seinen Thesen im Eigentlichen anprangerte. Da musste im Volk nicht mehr viel diskutiert werden. Wer diskutierte waren die kirchlichen Autoritäten.

 

Auch Luther setzte damit sein Leben auf’s Spiel. Die römische Kurie eröffnete ein Verfahren wegen Ketzerei gegen ihn und versuchte seiner Herr zu werden. Vorgeladen zur Anhörung nach Augsburg floh er von dort. Er wurde exkommuniziert, beharrte aber dennoch er auf seinem Standpunkt, seiner inneren Wahrheit, seinem Gewissen, wie er es nannte.

 

Es war konträr zu dem, was die Kirche als Wertvorgaben vorgab.

 

Aber war es falsch? Kam es verfrüht? War die Zeit dafür gekommen?

 

Gemessen an der Tatsache, dass der Buchdruck zu dieser Zeit gerade in seinen Anfangsjahren stand, aber Luther innerhalb eines Jahres ganze 81 Schriften in insgesamt 653 (!) Auflagen veröffentlichte, kann man durchaus davon ausgehen, dass die Zeit dafür gekommen war.

 

Es ist ein schwieriges (und gefährliches) Unterfangen in religiösen Fragen von falsch und richtig zu sprechen. Aber ist Wahrheit nur relativ, oder auch absolut?

Und wer bestimmt über die absolute Wahrheit? Der Mann in der Mitte?

 

Es ist für uns in der heutigen Zeit noch immer nicht opportun, unbehelligt über spirituelle Themen zu sprechen. Reinkarnation ist eines dieser Themen.

 

Aber es ist an der Zeit.

 

Es ist an der Zeit, dass wir uns für eine größere Perspektive öffnen. Nicht nur an den Rändern der Gesellschaft. Sondern in einem größeren Rahmen. Einem Rahmen, der es uns erlaubt die Scheuklappen abzulegen und Wissensgebiete miteinander zu verknüpfen, von denen wir noch gar nicht wussten, dass sie vielleicht miteinander zu tun haben könnten.

 

Können wir es uns als Gesellschaft wirklich erlauben, dass wir vereinzelte Wissensgebiete als Humbug oder esoterischen Quatsch belächeln, und deren hart errungenen Erkenntnisse verstauben lassen?

 

Ignoranz ist kein Kennzeichen einer Hochkultur.

Ignoranz ist das Kennzeichen einer Gesellschaft, die sich selbst im Wege steht, und die arrogant und besserwisserisch mit Menschen umgeht, die nicht im breiten Strom mitschwimmen, sondern lieber ihren eigenen Weg gehen wollen.

 

Wir leben in Zeiten, in denen es besser ist zu manchen Dingen den Mund zu halten, um seine Karrierechancen nicht zu verbauen.
Möglicherweise ist das auch ein Aspekt des Problems, warum so viele Menschen heutzutage das diffuse Gefühl haben, dass man öffentlich nicht alles sagen kann.

 

Aber wenn unsere medialen Meinungsmacher der Ansicht sind, dass das nicht stimmen kann, warum fangen sie nicht an über diese Themen zu schreiben? Warum greifen die Medien das Thema nicht auf, befragen die Menschen dazu, finden Pro & Contra, setzen sich ernsthaft und aufwendig mit Widersprüchen auseinander, und gehen dem auf den Grund? Warum finden solche Beiträge nur in Nischenmedien ihren Platz, wo es doch eigentlich jeden von uns etwas angeht?

 

Zur Überwindung der gesellschaftlichen Spaltung in Meinungsfragen, gehört auch eine Auseinandersetzung damit, was sagbar ist und was nicht sagbar ist.

 

Und das beinhaltet eine Beschäftigung mit Tabuthemen – und vor allem dem Hinterfragen, warum diese Themen so kategorisch abgebügelt werden.

 

Warum z.B., ist es in Deutschland verpönter als in den USA, über spirituelle Themen zu reden? Und warum wird man hier belächelt, mit Häme bedacht oder ausgegrenzt, wenn man sich dazu äußert?

 

Es gibt viele Warum-Fragen, die man an dieser Stelle noch stellen könnte. Zum Beispiel diese hier:

Warum fangen wir nicht einfach mal an?

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